ms Horse Blog Nr. 19 Im Fokus: Das Bewegungsgefühl des Reiters

ms Horse Blog – Mai 2015

ms Horse Blog Nr. 19 Im Fokus: Das Bewegungsgefühl des Reiters

Der erste ms Horse Blog im Monat Mai berichtet von einem Vortrag mit Eckart Meyners und beleuchtet das Thema: Das Bewegungsgefühl des Reiters.

Der vorige ms Horse Blog beschäftigte sich mit den Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten. Diejenigen die diesen Blog nachlesen möchten dürfen einfach hier klicken.

Ich hatte diese Woche die wunderbare Gelegenheit an einem Vortrag von Eckart Meyners, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Bewegungslehre, teilzunehmen. Für mich als Trainerin haben sich in den 3,5 Stunden des Vortrags und vor allem im praktischen Teil, neue Welten aufgetan. Ich hoffe ich kann diese neuen Erkenntnisse in meine Unterrichtserteilung mitnehmen.

Doch nun einmal von vorne. Herr Meyners hat sich zu Beginn des Vortrags ganz klar für einen handlungsorientierten Reitunterricht ausgesprochen. Dieser steht im klaren Gegensatz zum üblichen anweisungsorientierten Unterricht, wie er landläufig abgehalten wird. Anhand von Beispielen verdeutlicht er, dass der Mensch am besten lernen kann, wenn er unterschiedliche Bewegungen ausprobiert und nicht, wenn er in eine bestimmte Form gepresst wird. Dies war eine klare Abwendung weg vom üblichen militärischen Unterricht mit Anweisungen wie „Kopf hoch“, „Absatz tief“ und „Hände still“.

Sicherlich ist es klar, dass der Reiter nicht absichtlich Fehler macht, sondern das muskuläre Defizite zu Fehlhaltungen und Bewegungsblockaden führen, die aufgebrochen werden müssen. Um Bewegungen neu fühlen zu können legte Herr Meyners Hand am Reiter an und zeigte die korrekte Bewegungsausführung oder lockerte bestimmte Muskelgruppen. Außerdem holte er die Reiter vom Pferd und lies sie verschiedene Gymnastikübungen machen. Die ausgeführten Übungen machten sich anschließend auf dem Pferd positiv bemerkbar. An den Reitern sah man ein besseres Körpergefühl, eine vermehrte Dehnbarkeit und eine bessere Harmonie zwischen der linken und rechten Körperhälfte. Es wurde unter anderem sehr deutlich, dass z.B. nur eine korrekte Beckenstellung eine ruhige Hand und ein effektives Treiben zulassen. Ebenfalls ist eine falsche Kopfhaltung nicht am Kopf zu korrigieren, sondern an der „Schaltzentrale“ Becken. Es wurde klar, dass der Fehler nicht dort zu beheben ist, wo er zu sehen war, sondern seinen Ursprung meist wo ganz anders, meist im Becken hat. Ich empfand es als sehr positiv, dass Herr Meyners sofort nachdem er einer Änderung am Reiter vorgenommen hatte, den Reiter fragte wie sein Gefühl nun sei, damit kann sehr gut die Selbstwahrnehmung und das eigenen Körpergefühl gefördert werden.

Viele kleine Übungen verhalfen mir zu Schlüsselerlebnissen. So war es sehr aufschlussreich zu bemerken, wie wenig weit sich der Kopf nach rechts und links drehen lässt, wenn man die Stirn runzelt und/oder die Zähne zusammenbeißt. Wie viel einfacher ist hingegen eine Kopfdrehung mit einem entspannten Lächeln auf dem Gesicht. Einfach mal ausprobieren und sich immer wieder beim Reiten daran erinnern ein Lächeln auf den Lippen zu haben, denn schließlich ist Reiten kein Kampfsport.

Welche Erfahrungen konntet Ihr im handlungsorientierten Reitunterricht sammeln? Habt Ihr schon mal Gymnastik direkt vor dem Aufsitzen aufs Pferd gemacht? Ich freue mich über Kommentare und Anregungen, eure Lea Preisendanz vom ms Horse Team.

Fragen oder Anregungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de