ms Horse Blog Nr. 45 Im Fokus: Die Gelassenheitsprüfung (GHP)
ms Horse Blog – April 2016
ms Horse Blog Nr. 45 Im Fokus: Die Gelassenheitsprüfung (GHP)
Der letzte ms Horse Blog hatte das neue Konzept der Hengstleistungsprüfung zum Thema. Wer diesen Blog gerne nachlesen möchte kann hier klicken. Der aktuelle ms Horse Blog beschäftigt sich mit der Gelassenheitsprüfung (GHP).
Egal ob im Gelände, im Dressurviereck, in einem E-Springen oder in einer Prüfung der Klasse S es ist stets wichtig, sich auf sein Pferd verlassen zu können. Ein umgefallener Baum im Wald oder ein flatterndes Banner an der Bande des Springturniers sollte beim Pferd keine Panik auslösen. Jeder Pferdefreund, ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder Profi sollte im täglichen Umgang die größtmögliche Kontrolle über sein Pferd haben können. Hierfür ist die GHP gedacht.
Was ist die GHP?
Die Gelassenheitsprüfung für Sport- und Freitzeitpferde soll durch die Konfrontation mit verschiedenen Alltagssituationen mehr Sicherheit im täglichen Umgang mit dem Pferd geben. Das Ziel der Gelassenheitsprüfung ist es das Pferd zu einem verlässlichen und zuverlässigen Partner zu machen. Besonders ist an der GHP, dass bei dieser Prüfung nicht die sportliche Leistung im Mittelpunkt steht. Vielmehr geht es um den Charakter des Pferdes, das gegenseitige Vertrauen, die Erziehung und natürlich die Gelassenheit.
Generell soll bei dem Training für die GHP-Prüfung nicht der natürliche Fluchtinstinkt unterdrückt werden. Es geht eher um innere Ruhe und Respekt. Außerdem stehen Nervenstärke und Gehorsam an einer zentralen Stelle dieser Prüfung.
Verschiedene Varianten der GHP
Die GHP gibt es in zwei Varianten. Zum einen die geführte Gelassenheitsprüfung, bei der jeder teilnehmen kann, der sein Pferd an der Hand sicher beherrscht. Die Prüfungsdauer beträgt fünf Minuten. Die zweite Variante ist die gerittene Gelassenheitsprüfung. Diese Prüfung kann von allen Reitern absolviert werden, die in der Lage sind, ihr Pferd aus dem Sattel heraus sicher zu kontrollieren. Die Dauer der gerittenen GHP beträgt sechs Minuten. Bei beiden Prüfungen soll der Einfluss durch den Menschen so gering wie möglich gehalten werden. Zudem soll die reiterliche Einwirkung feinfühlig und kaum sichtbar sein.
Bei beiden Varianten darf eine Aufgabe maximal dreimal gestartet werden. Nach der zweiten nicht absolvierten Aufgabe wir das Paar ausgeschlossen.
Was sind die Bestandteile der GHP-Prüfung?
Jede Prüfung besteht aus zehn verschiedenen Aufgaben, die sich aus sechs Pflicht- und vier variablen Teilen zusammensetzt. Die Aufgaben sind zum Beispiel das Führen in Schritt und Trab, das Rückwärtsrichten gerade und in Form von einem „L“, das besprühen des Pferdes mit einer Sprühflasche, ein Stangenkreuz passieren, eine Brücke überqueren und Stillstehen. Individuell können dann für geführte GHP‘s zum Beispiel noch das Einsteigen in einen Pferdehänger oder das wässern der Hufe mit in den Aufgabenpool einbezogen werden.
Wie erfolgt die Benotung?
Die Benotung erfolgt mit Zahlen im Schulnotensystem von 1 = Sehr gut bis 6 = Ungenügend. Damit die Teilnehmer die Noten nachvollziehen können, geben die Richter einen abschließenden Kommentar sowie Tipps und Anregungen für das Training zu Hause mit auf den Weg. Wenn eine Prüfung mit der Note 3 (befriedigend) oder besser absolviert wurde, besteht die Möglichkeit einen GHP-Pass zu beantragen.
Die Gelassenheitsprüfung und vor allem das Training der verschiedenen Aufgaben, ist eine ideale Möglichkeit um einen neuen Zugang zum Pferd zu finden und Abwechslung in den Alltag zu bringen.
Habt ihr schon an einer Gelassenheitsprüfung teilgenommen? Wie habt ihr euch auf die Aufgaben vorbereitet? Merkt ihr, dass euch das Training im Alltag mit eurem Pferd weiterhilft? Welche der Aufgaben in der Prüfung macht euch besonders Spaß? Mit welcher Aufgabe hat euer Pferd eventuell trotz gutem Training noch Probleme? Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen, Eure ms Horse Praktikantin, Lisa Schwarz vom ms Horse Team. Fragen oder Anmerkungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.schwarz@ms-blechtechnologie.de

