ms Horse Blog Nr. 32 Im Fokus: Die Heufütterung

ms Horse Blog – September 2015

ms Horse Blog Nr. 32 Im Fokus: Die Heufütterung

Der letzte ms Horse Blog hatte das Thema: Pro und Contra Hilfszügel. Wer diesen Blog nachlesen möchte, kann einfach hier klicken. Dieser ms Horse Blog beschäftigt sich mit dem Thema Heufütterung.

Die Raufutterversorgung des Pferdes ist der wichtigste Baustein in der Pferdefütterung um das Pferd gesund zu halten und dem natürlichen Fressverhalten des Pferdes gerecht zu werden. Den täglichen Raufutterbedarf zu decken ist für das Pferd lebensnotwendig, damit es gesund und leistungsfähig bleibt. Die Versorgung mit Rohfaser erfolgt beim Pferd überwiegend über die Fütterung von Raufutter. Die größte Bedeutung haben hierbei die Futtermittel Heu und Gras. Um den Rohfaserbedarf eines Pferdes zu decken, muss zwischen 2 und 3 kg Rohfaser pro Tag gefüttert werden. Bekommt das Pferd 9 kg Heu pro Tag so nimmt es damit 2,7 kg Rohfaser auf. Damit ist allein schon durch die Heufütterung fast der komplette Rohfaserbedarf gedeckt. Dies verdeutlicht wie wichtig die Heufütterung ist.

In der Regel sollte die tägliche Heumenge bei einem Pferd etwa 1,5 bis 2 % seines Körpergewichts betragen. Das sind bei einem 600 kg schweren Pferd zwischen 9 und 12 kg Heu pro Tag. Wichtig zu wissen ist, wie viel Kilogramm Heu ein Pferd pro Tag benötigt? Als Faustformel gilt, dass ein Pferd pro 100 kg Lebendmasse 1,5 kg Heu pro Tag braucht. Bei einem 600 kg schweren Warmblüter entspricht das 9 kg Heu pro Tag.

Bei der Rationsberechnung ist das Heu der einer der wichtigsten Bausteine. Der Energiegehalt von Heu beträgt laut DLG-Tabelle ca. 8 MJ DE (DE=verdauliche Energie) pro kg. Wenn dem 600 kg schweren Warmblüter also 9 kg Heu pro Tag gefüttert werden so bekommt er damit 72 (DE) MJ zugeführt, dieser Wert entspricht ungefähr dem Erhaltungsbedarf der bei 73 (DE) MJ verdaulicher Energie liegt. Bei der Berechnung der Futterration muss dann nur noch der Leistungsbedarf gedeckt werden. Für die meisten Pferde reicht jedoch oft schon die Heumenge zur Deckung des Energiebedarfs aus.

Heu für Pferde sollte immer aus mehreren Gräserarten, Kräutern und Leguminosen bestehen. Was den Schnittzeitpunkt betrifft, ist der erste Schnitt welcher mindestens 20 % Rohfaser enthalten sollte am geeignetsten. Dieser erste Schnitt erfolgt in der Mitte der Gräserblüte, denn bei diesem Schnittzeitpunkt enthalten die Pflanzen noch teilweise Samen und wertvolle Pflanzenstoffe. Um die Qualität von Heu zu beurteilen, sollte eine Sinnesprüfung durchgeführt werden. Sofern das Heu ein schöne grüne Farbe aufweist, keine braunen oder grauen Stellen hat, es angenehm riecht und wenig staubt und sich angenehm anfassen lässt, ist anzunehmen, dass es sich um ein qualitativ hochwertiges Heu handelt. Vorteilhaft ist es, wenn das Heu einer Futterprobe unterzogen wird, denn dadurch kann die Qualität des Heus und dessen Nährstoffe bestimmt werden und auf Grundlage dessen die Futterration optimal abgestimmt werden.

Was die Qualität des Heus anbelangt gilt, dass beste Qualität vorgelegt werden sollte um das Pferd leistungsfähig und gesund zu halten und um fütterungsbedingte Krankheiten zu vermeiden.

 

Wie viel Heu füttert Ihr Euren Pferden? Wiegt Ihr das Heu ab? Oder habt Ihr Euch für die ad libitum Fütterung entschieden? Habt Ihr schon mal eine Futterprobe Eures Heus im Labor auf die Nährstoffe hin untersuchen lassen? Wie ist Eure Erfahrung? Ich freue mich über Kommentare und Anregungen, eure Lea Preisendanz vom ms Horse Team.

Fragen oder Anregungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de