ms Horse Blog Nr. 46 Im Fokus: Ernährungsbedingte Krankheitsursachen
ms Horse Blog – Mai 2016
ms Horse Blog Nr. 46 Im Fokus:
Ernährungsbedingte Krankheitsursachen
Der vorige ms Horse Blog beschäftigte sich mit dem Thema: Gelassenheitsprüfung (GHP). Zum Nachlesen des letzten ms Horse Blog einfach hier klicken. Der jetzige ms Horse Blog hat das Thema ernährungsbedingte Krankheitsursachen.
Jeder möchte, dass es seinem treuen Begleiter stets gut geht. Ob hinter dieser Tatsache nun ein Freizeitreiter steht, der seinen besten Freund gesund wissen möchte, ein Züchter, für den viel Geld auf dem Spiel steht wenn ein Pferd erkrankt oder ein Turnierreiter, dessen Erfolge von einem gesunden kräftigen Pferd abhängen, alle möchten gleichermaßen ein gesundes Pferd.
Ein wichtiges Thema bei der Pferdegesundheit ist die Fütterung. Grundsätzlich kann man bei Störungen der Ernährung die quantitative (die Menge betreffend) und die qualitative (die Qualität betreffende) Störung in der Ernährung unterscheiden. Bei der quantitativen Störung wiederum grenzt man ab, ob die Störung primär oder sekundär ist. Primär bedeutet in diesem Falle unsachgemäße Nahrungszufuhr und sekundäre Störung bedeutet, dass endogene Faktoren (z. B. schlechte Zähne, Parasiten, etc.) die Nahrungsaufnahme behindern.
Beispiele für quantitative (mengenbedingte) Störungen in der Ernährung sind:
- Fettsucht (Adipositas): Wird oft durch unsachgemäße Fütterung in Form von Überernährung ausgelöst wird. Sie kann aber auch aufgrund einer metabolischen Störung (Morbus Cushing, Hypothyreose) ausgelöst werden.
- Hyperhydration: Übermäßige Zufuhr von Wasser
- Abmagerung: Auch hier wird wieder zwischen primärer Mangelernährung (absoluter Mangel an einem oder mehreren Nährstoffen) und sekundärer Mangelernährung (alle Nährstoffe sind ausreichend vorhanden, können aber nicht genügend aufgenommen, aufgeschlossen oder gespeichert werden).
- Dehydration (Austrocknung): Durch Blutverlust, verminderte Wasseraufnahme, übermäßige Schweißabgabe
Ist das Futter für das Pferd ausreichend vorhanden, kann dennoch ein Mangel entstehen. Dieser ist dann bedingt durch qualitativ unzureichende Nahrung. Oftmals fehlen dann essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Diese Mangelkrankheiten können massive Auswirkungen auf Leistungsvermögen, Widerstandskraft und Wachstum haben. Ursachen hierfür können endogenen (von innen) oder exogenen (von außen) sein.
Beispiele für qualitative (die Qualität betreffende) Störungen in der Ernährung sind:
- das Fehlen eines lebensnotwendigen Nährstoffes
- die gegensätzliche Wirkung zweier Inhaltsstoffe: Ein hoher Phosphorgehalt kann Kalziummangel verursachen
- Gestörte Aufnahme: ein fettlösliches Vitamin kann nicht ausreichend aufgenommen, wenn nicht genügend Gallensäure vorhanden ist
- Relativer Mangel aufgrund eines gesteigerten Bedarfs: In der Trächtigkeit besteht ein erhöhter Kalzium- und Eisenbedarf, Turniersaison (Elektrolyte)
Ein besonderes Augenmerkt ist auf die Unterversorgung mit Vitaminen (Hypovitaminose) zu legen. Ist hier ein Mangel zu erkennen kann das zu erheblichen Schäden kommen.
Beispielsweise hat ein Vitamin B1 Mangel Gewichtsverlust und Herzstörungen zur Folge (durch große Aufnahme von Adlerfarn oder Ackerschachtelhalm).
Aber auch die Überversorgung mit Vitaminen (Hypervitaminose) kann sehr problematisch werden. Besonders die Überversorgung mit den Vitaminen A und D ist ein Problem. Diese Vitamine sind fettlöslich. Das heißt, dass sie im Körperfett gespeichert werden und zu hohe Mengen negative Auswirkungen haben.
Ein Überschuss an Vitamin D (Sonnenscheinvitamin) begünstigt beispielsweise eine erhöhte Calciumaufnahme, was wiederum einen Entzug von Mineralstoffen des Skeletts zur Folge hat – an den Knochen erfolgt dann Osteoporose (Knochenschwund).
Aufgrund dieser Gefahren bestehen für fettlösliche Vitamine futtermittelrechtliche Höchstgrenzen.
Man merkt also: Die gute Versorgung über das Futter ist nicht ganz einfach und auch wenn wir es zu gut mit den Vierbeinern meinen, kann das gefährlich werden.
Generell kann man sich natürlich immer beim Tierarzt beraten lassen. und wenn man den Verdacht hat, dass das Pferd einen Mangel aufweist, dies aber nicht sichtbar ist dann empfiehlt es sich ein Blutbild anfertigen zu lassen.
Allen voran steht natürlich die optimale Grundversorgung des Pferdes. Mit einem Blick auf die Deklaration des Futters kann man auch schon viel darüber erfahren, ob der Bedarf meines Tieres gedeckt ist, oder ob etwas zu gefüttert werden muss.
Und wenn ich mir auch hier nicht ganz sicher bin stehen die Futtermittelhersteller beratend zur Seite. Ob dies im persönlichen Gespräch oder mit Hilfe einer Futterrationsberechnung im Internet (zum Beispiel unter: http://pferdefuttercheck.de) stattfindet bleibt ganz euch überlassen, Probiert es doch einfach mal aus!
Nun liegt es an euch, euren treuen Begleiter ausreichend mit allem zu versorgen. Das ist natürlich nicht immer einfach.
Wo sind euch Schwierigkeiten bei der Ernährung eures Pferdes aufgefallen? Wurde bei eurem Pferd eventuell schon ein Mangel oder eine Überversorgung festgestellt? Lebt ihr eventuell in einer Region, in der die Tiere häufig einen Mangel an einem bestimmten Stoff aufweisen? Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen, Eure Praktikantin, Lisa Schwarz vom ms Horse Team. Fragen oder Anmerkungen? Treten Sie mit dem Team von ms Horse in Kontakt: l.schwarz@ms-blechtechnologie.de

