ms Horse Blog – Februar 2015: Nr.9 Im Fokus: Bedarfsgerechte Pferdefütterung – Rationsberechnung

ms Horse Blog – Februar 2015:

Nr.9 Im Fokus: Bedarfsgerechte Pferdefütterung – Rationsberechnung

Der vorige ms Horse Blog befasste sich unter der Rubrik bedarfsgerechte Pferdefütterung mit dem Eiweiß- und Mineralstoffbedarf. Wer diesen Beitrag nachlesen möchte kann hier klicken.

Der heutige Blog fasst die vorigen zum Thema bedarfsgerechte Pferdefütterung zusammen und endet mit einer beispielhaften Futterration für ein 600 kg schweres Pferd.

Rationsgestaltung

Bei der Rationsgestaltung ist es zunächst wichtig, den Nährstoffbedarf des Pferdes zu kennen um diesen sodann bedarfsgerecht decken zu können (siehe ms Horse Blog Nr.5 bis Nr.8).

Generell gilt für die Zusammenstellung einer Ration, dass die Fresszeit von mindestens 12 Stunden eingehalten werden sollte, damit der Verdauungstrakt des Pferdes nicht negativ beeinflusst wird. Um dies zu gewährleisten ist ein spät geschnittenes Heu von Vorteil, da dieses weniger energiereich ist und so ein Energieüberschuss verhindert werden kann. Es empfiehlt sich den Futterwert des Heus zu ermitteln, entweder durch Richtwerte aus Tabellen oder am besten durch eine professionelle Futtermittelanalyse in einem Labor. Neben Heu kann der Bedarf an Grobfutter auch durch die Fütterung von Heulage und Stroh gedeckt werden.

Um die Rationsberechnung zu vereinfachen können Fütterungsprogramme helfen, diese sollten Werte der Bedarfsprognose der DLG von 2014 hinterlegt haben. In dem genutzten Programm sollte es möglich sein, die individuellen Leistungsdaten des Pferdes einzugeben um so den Bedarf möglichst korrekt bestimmen zu können. Bei einer Fütterung Pi mal Daumen wird vor allem bei Freizeitpferden der Bedarf oft überschätzt, was negative gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Bei Sportpferden hingegen kommt es des Öfteren zu einer Mangelversorgung an Aminosäuren und Mineralien. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine kritische Beleuchtung der tatsächlichen Futterration und eine Berechnung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Werte.

Vorgehensweise bei der Rationsberechnung

Zunächst sollte der Energiegehalt der Futtermittel betrachtet werden. Darauffolgend wird das vorhandene Grobfuttermittel des Stalls/Betriebes ausgewählt. Energiereiche Futtermittel wie Getreide werden danach mengenmäßig so ausgewählt, dass der Bedarfswert an Energie erreicht und weder über- noch unterschritten wird. Nachfolgenden werden die Inhaltsstoffe analysiert und wenn nötig durch die Auswahl weiterer Futtermittel ergänzt.

Zusammengefasst bedeutete das: Grobfutter in ausreichender Menge auswählen und durch Kraftfutter und Mineralfutter ergänzen.

Für ein 600 kg schweres Pferd das leicht gearbeitet wird, kann die Ration z.B. aus 9 kg Heu und 1 kg Hafer sowie 100 ml Öl, 0,03 kg Mineralfutter und 0,02 kg Vitaminfutter zusammengestellt werden. Hierbei ist wichtig, dass die Fressdauer von 12 Stunden eingehalten wird. Weiterhin sollte dem Pferd ein Salzleckstein sowie Stroh angeboten werden. Beim Einsatz von Misch- und Mineralfutter ist es wichtig, die angegebenen Mengen genau zu überprüfen, da die Inhaltsstoffe je nach Hersteller starke Unterschiede aufweisen.

Viel Freude bei der Bestimmung der Futterration für Ihr Pferd wünscht Ihnen Ihre Lea Preisendanz vom ms Horse Team.

Fragen oder Anregungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de