ms Horse Blog Nr. 47 Im Fokus: Beweidungstypen und deren Vor- und Nachteile
ms Horse Blog – Juni 2016
ms Horse Blog Nr. 47 Im Fokus: Beweidungstypen
und deren Vor- und Nachteile
Der vorige ms Horse Blog beschäftigte sich mit dem Thema: Ernährungsbedingte Krankheitsursachen. Zum Nachlesen des letzten ms Horse Blog einfach hier klicken. Der jetzige ms Horse Blog im Juni hat das Thema Beweidungstypen sowie deren Vor- und Nachteile.
Endlich ist der Sommer da und die Pferde können wieder die frische Luft auf den Koppeln genießen. Jeder, der in der glücklichen Position ist, sein Pferd auf die Koppel stellen zu können, kennt die Eine oder andere Form der Beweidung. Es gibt jedoch viele unterschiedliche Arten eine Weide zu gestalten. Unterschiedliche Gegebenheiten schließen einige Weidearten aus, öffnen jedoch die Möglichkeit für wieder andere Beweidungsarten. Dieser ms Horse Blog stellt verschiedenen Beweidungstypen und deren Vor- und Nachteile vor.
Die Gestaltung der Weiden hängt ab von der Größe der Flächen, ob diese zusammen hängen oder aufgeteilt sind, der Lage zum Hof, der Art des Bewuchses, der Möglichkeit der Wasserversorgung, der Zugänglichkeit und vielen weiteren Faktoren.
In der Umgangssprache ist mit einer Koppel eine Dauerweide gemeint. Sie ist die wohl bekannteste Weideart. Hierbei wird die gesamte Fläche in vier bis acht Koppeln unterteilt. Auf jedem Stück stehen dann einige Tiere dauerhaft. Ist die Koppel abgegrast dann bekommt sie eine relativ kurze Pause in der sie sich erholen kann. Diese Beweidungsart ist praktisch, wenn man eine Fläche mit viel Untergras hat und Tiere, die viel Auslauf benötigen – wie das Pferd. Dem gegenüber steht, dass die Weide mit vielen Nährstoffen versorgt werden muss, da sie sehr viel genutzt wird.
Bei der Variante Standweide gibt es eine große Fläche die den Pferden komplett zur Verfügung steht. Sie wird dauerhaft genutzt und hat dadurch keine Zeit sich zu erholen. Aufgrund dessen muss die Standweide eine große Fläche aufweisen. Hierfür spricht ein geringer Aufwand bei der Erstellung der Weide, denn es muss nur einmalig ein Zaun gebaut und die Wasserversorgung installiert werden. Außerdem entsteht aufgrund der großen Fläche wenig Stress für die Herde und es herrscht allgemein ruhiges Verhalten. Dem gegenüber steht, dass die Anpassung an das Futterangebot nur durch die Regulierung der Tieranzahl geregelt werden kann. Stehen dauerhaft gleich viele Tiere auf der Weide, so kann es im Frühjahr zu Futterüberschuss und im Herbst zu Futterknappheit führen.
Eine Ähnliche Variante ist die Umtriebsweide. Hier wird die Fläche ebenfalls unterteilt. Allerdings stehen die Tiere nicht dauerhaft auf der gesamten Fläche sondern wandern zwischen den Flächen hin und her. Je nach Größe der Koppel und Anzahl der Tiere, die darauf stehen variiert die Nutzung der einzelnen Teile zwischen drei und sieben Tagen. Die Ruhezeiten dazwischen sind dafür etwas länger und liegen bei ca. vier bis sechs Wochen. Durch die kleineren Flächen wird die Wiese sauber abgegrast – es wird weniger ausselektiert. Negativ zu sehen ist, dass durch die höhere Anzahl an Tieren auf der Fläche mehr Vertritt und Verbiss erzeugt wird. Zudem gestaltet sich die Wasserversorgung schwieriger, da entweder auf jeder Weide eine Wasserstelle vorhanden sein muss oder die Wasserversorgung mit umgezogen werden muss. Bei Weiden die weiter auseinander liegen ist das aufwendig.
Eine gute Lösung kann die Portionsweide sein. Sie wird auch Rationsweide oder Ganz- oder Halbtagsweide genannt. Hier werden die unterteilten Weideflächen täglich gewechselt. Diese Beweidungsart ist sehr intensiv und erfordert viel Einsatz. Die Fläche der einzelnen Weiden richtet sich nach Anzahl der Wechsel. Je mehr durchgewechselt wird, desto mehr einzelne Weiden werden benötigt. Durch die kleinen Flächen wird die Wiese sehr gut abgegrast und es bleibt wenig Weiderest übrig. Diese Weideart ist vor allem für kleine Herden gut geeignet. Bei größeren Gruppen kann durch den kleinen Raum schnell Stress entstehen.
Auf welcher Weide stehen eure Pferde? Habt ihr auch verschiedene Beweidungstypen? Wie lange dürfen eure Pferde auf die Koppel und habt ihr vielleicht auch eine Winterkoppel? Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen, Eure Praktikantin, Lisa Schwarz vom ms Horse Team. Fragen oder Anmerkungen? Treten Sie mit dem Team von ms Horse in Kontakt: l.schwarz@ms-blechtechnologie.de

